Verliebt sein ist wie Windpocken haben: humorvolles Erstlesebuch für Mädchen

Die liebsten und wichtigsten Menschen in Fannys Leben sind ihre Mutter, Oma und ihre Freundin Ester, mit der sie in eine Klasse geht. Eines Tages bietet Ester ihr an, dass sie (Fanny) doch in sie (Ester) verliebt sein könnte. Fanny ist verwirrt. Klar, wenn sie schon in jemanden verliebt sein müsste, dann auf jeden Fall in Ester, aber eigentlich spielt sie doch lieber Pferd. Ester ist erst einmal ein wenig enttäuscht von Fannys Unverständnis gegenüber der Liebe. Aber am Ende finden die besten Freundinnen einen guten gemeinsamen Weg, und dann ist sowieso wieder Pferdespielen angesagt.

In diesem unbedarften und humorvollen Ton ist das Erstlesebuch über das Leben, die Emotionen und die Gedanken eines Mädchens (ca. 6 Jahre) geschrieben. Als Leserinnen und Leser lernen wir dabei auch Fannys sehr unkonventionelle Oma und ihre Mutter kennen. Fannys Oma verwendet zum Beispiel beim Pilzesammeln einfach ihren Pullover als „Tragetasche“, weil sie einen Korb für die Pilze vergessen hat. Fast nackt durch den Wald zu gehen, macht ihr nichts aus. Auch wenn es Diskussionen über unterschiedliche Auffassungen über das Aufräumen gibt und Fanny das Faible ihrer Mutter für laute-schrille Musik nicht teilt, so herrscht doch eine sehr liebevolle, zugewandte und wertschätzende Atmosphäre in dieser 3-Generationen-Familie, die ausschließlich aus Frauen besteht. Männer werden nur am Rande erwähnt. Ansonsten kann Fanny mit ihrer Mutter über alles reden, besonders über die Liebe, ein Thema, das sie jetzt gerade sehr beschäftigt.

Das mit viel Einfühlungsvermögen geschriebene Kinderbuch eignet sich sehr gut zum Vorlesen, weil es auch für den oder die erwachsenen Vorleser/Vorleserin viele Stellen zum Schmunzeln gibt und die häufige Verwendung wörtlicher Rede ein lebhaftes Vorlesen ermöglicht.  Die von Jutta Bauer mit wenigen Strichen, in schwarz-weiß akzentuiert gesetzten Bleistiftzeichnungen unterstreichen die lebendige und warmherzige Atmosphäre in dieser Familie.

Nebenbei erfährt man noch so einiges über Kunst und erhält mit dem von Fannys und Esters Kunstlehrer Mark angeregten Projekt im Kunstunterricht eine Idee für einen kreativen Zugang zu dem Buch.

In gleicher Weise wie der erste  Fanny-Band „Fanny ist die beste“ zu empfehlen.

Sara Ohlsson und Jutta Bauer: Fanny und die Liebe. Frankfurt a.M.: Moritz 2021. Ab 7 Jahren (zum Vorlesen ab 5 Jahren)

© Moritz

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