Nichts los im Wald

„Nichts los im Wald“: eine Bilderbuchgeschichte zum Amüsieren und Mitfeiern.

Eine Familie mit zwei kleinen Kindern macht einen Ausflug in den Wald, um dort zu zelten. Nachdem die Sonne untergegangen und das Stockbrot verspeist ist, legen sich alle vier schlafen. Auf die Frage eines Kindes „Was machen die Tiere nachts im Wald?“, antwortet der Vater lapidar: „Nichts Besonderes“.

Weit gefehlt: Die Tiere veranstalten eine lustige Party mit viel Klamauk. Zuerst tanzen alle auf den Tischen, dann vergnügt sich jede Tierart auf ihre Art und Weise: Die Stachelschweine führen einen Fechtkampf mit Kamm und Bürste auf, die Biber bauen mit Buntstiften und Stöcken eine Art Zelt, die Fledermäuse schaukeln in einem BH, den sie an einen Ast gehängt haben, lustig hin und her und die Frösche surfen mit einem Buch über den Teich. Und woher haben sie alle Utensilien, mit denen sie sich vergnügen? Die haben sie in einem Rucksack gefunden, den die Familie abends auf dem Tisch vergessen hat.

Der Gegensatz zwischen dem, was der Vater über das Verhalten der Tiere in der Nacht sagt, und dem, was sie tatsächlich machen, macht den besonderen Witz des Buches aus. Über die Waschbären behauptet der Vater beispielsweise, dass sie in der Nacht nicht gerade vor Ideen sprühen. Daneben sieht man die Waschbären eine wilde Seifenblasen-Party veranstalten.  Die häufige Verwendung von Redewendungen und die bildliche Sprache wie „mit der Nacht nichts am Hut haben“, sich „einigeln“ oder „verduften“, sobald es dunkel wird, machen aus dem Buch auch sprachlich ein lebendiges und amüsantes Werk, das sich sehr gut für eine dialogische Vorlesesituation eignet. Die mit vielen Details versehenen Illustrationen lassen besonders an der Mimik der Tiere erahnen, wie viel Freude ihnen das nächtliche Spektakel bereitet.

Von der Grundidee erinnert dieses als erstes in Kanada erschienene und aus dem Französischen übersetzte Bilderbuch an Wolfs Erlbruchs Klassiker „Nachts“ (Peter Hammer Verlag 2018).

Mireille Messier und France Cormier: Nichts los im Wald. München: Mixtvision, 2020. Ab 3 Jahre.

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