Mach’s wie Abby, Sascha!

Sascha hat kurze Haare und liebt Fußball über alles. Und sie hat große Pläne: Sie möchte Profi-Fußballerin werden – und ja, Sie haben richtig gelesen: Sascha ist ein Mädchen. Ihr großes Vorbild ist Profi-Fußballerin Abby Wambach aus den USA. Saschas Bruder Niki ist fasziniert von wilden Mustangs und schmökert gerne Pferdegeschichten. Beide Kinder stoßen schnell darauf, dass ihre Leidenschaften als ungewöhnlich gelten: Pferdebücher, in denen die Jungen die Hauptrolle spielen, gibt es genauso wenig wie Poster mit Fußballerinnen. Wirklich brenzlig wird es für die Geschwister allerdings, als die Damensparte des Fußballvereins aus finanziellen Gründen aufgelöst werden soll. Man müsse sich auf „richtigen Fußball“ konzentrieren, sagt der Präsident des Fußballclubs. Da wollen Sascha und Niki aber auch noch ein Wörtchen mitreden …

Geschickt spielt Friedli mit Rollenmustern und Erwartungen. Schon das Cover führt Leserinnen und Leser auf die falsche Fährte. Die Hauptfiguren wirken in den Illustrationen androgyn und von Leserin oder Leser aufgrund kultureller Vorurteile als Junge und Mädchen fehlgedeutet. Aber warum sollen Mädchen lange Haare haben und Jungen kurze? Warum sollen Mädchen Pferde toll finden und Jungen Fußball? Man mag, was man mag, und frau eben auch. Friedli hat mit „Mach’s wie Abby, Sascha!“ ein Plädoyer für Individualität jenseits von Geschlechtsstereotypen und Schubladendenken geschrieben, ein Mutmachbuch für alle, deren Interessen belächelt werden.

Bänz Friedli: Mach’s wie Abby, Sascha! Ziegelbrücke: Baeschlin, 2017. Ab 9 Jahren.

Cover: Baeschlin Verlag

Impressum | Datenschutz | rechtliche Hinweise | Sitemap | Archiv