LUCHS des Monats September für „Der gigantische Bart, der böse war“

Stephen Collins erhält für sein Erstlingswerk den LUCHS des Monats September, vergeben von der ZEIT und Radio Bremen. Der britische Illustrator präsentiert mit seiner Graphic Novel „Der gigantische Bart, der böse war“ eine Geschichte über einen unbändigen Bart, der die geordnete Welt von Hier ins Wanken bringt.

Hauptfigur ist Dave, der Hier lebt: „Hier war jeder Baum perfekt. Jede Straße war perfekt. Sogar die Form von Hier war perfekt.“ Ganz im Gegensatz zu Dort, jenseits des Meeres, worüber man sich düstere Gerüchte erzählt über Unordnung und Chaos. Eines Tages beginnt Dave ein Bart zu wachsen, was Hier an sich schon ein unerhörtes Ereignis ist und prompt dazu führt, dass Dave seinen Job verliert. Doch damit nicht genug: Der Bart wächst immer schneller nach, kaum dass man ihn abgeschnitten hat, bis schließlich alle Friseure und Gärtner von Hier eingezogen werden, um den Bart zu bändigen. In der Folge wird das Leben in Hier immer ungeordneter, Routinen geraten aus den Fugen und das Leben verändert sich: „Und mit der Veränderung kam die Angst. Und mit der Angst die Schuldzuweisung.“ Obwohl am Ende eine Lösung gefunden wird, ist Hier nichts mehr so wie es vorher war.

Collins‘ Graphic Novel lädt zum Philosophieren, zur Auseinandersetzung mit der eigenen Gesellschaft und ihrem Umgang mit dem Fremden ein. Das Ende der Geschichte bietet hervorragende Anlässe zum Weiterschreiben oder Weiterzeichnen. Der oft trockene Humor, mit dem die Geschichte erzählt wird, in Kombination mit den originellen Illustrationen machen die mit ihren 240 Seiten nicht eben schmale Graphic Novel zu einem kurzweiligen Leseerlebnis.

Stephen Collins: Der gigantische Bart, der böse war. Zürich: Atrium, 2014. Ab 16 Jahren.

Cover: Atrium-Verlag

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