Freischwimmen

Cym (9 Jahre) heißt eigentlich Cymbeline, nach einem Theaterstück von William Shakespeare. Als er ein Jahr alt war, ist sein Vater, ein Schauspieler, gestorben. So hat es ihm zumindest seine Mum erzählt.

Cym ist kein einziges Mal in seinem Leben  geschwommen. Als ihn jedoch der rotzfreche Billy Lee zu einem Wettschwimmen herausfordert, lässt er sich leichtsinnigerweise provozieren und taucht beim ersten Wasserkontakt buchstäblich ab. Zum Glück kann Cym gerettet werden.

Diese Rettung ist allerdings mit drei großen Blamagen verbunden: Ausgerechnet Veronique Slang, auf die Cym ein Auge geworfen hat, zieht ihn aus dem Wasser. Dabei verrutscht Cyms Badehose so sehr, dass  alle seinen  Pimmel  sehen können. Zu allem Übel holt ihn dann noch seine Mutter nach diesem missglückten Schwimmversuch  ab.

Die bei weitem größte Katastrophe folgt aber erst im Anschluss. Kurz nach diesem Desaster verschwindet seine Mum spurlos.

Langsam kommt Cym dahinter, was der Grund für ihr Verschwinden ist. Es hat mit seinem Vater und einem bisher sorgsam verschwiegenen Familiengeheimnis zu tun.

Diese spannende Geschichte um ein traumatisches Erlebnis, das in der Familie totgeschwiegen wurde und sich deshalb für alle zu einer großen Belastung entwickelt hat, ist aus der Sicht des neunjährigen Cym geschrieben. Dadurch erhält das ernste Thema  einen humorvollen, leichten Ton, der jedoch angemessen bleibt. Die Sprache ist literarisch und durch den hohen Anteil an wörtlicher Rede lebendig und  gut zu lesen. Die in dem Buch verstreuten Schwarz-Weiß-Zeichnungen tragen zur Leichtigkeit bei.

Adam Baron: Freischwimmen. München: Hanser 2020. Ab 10 Jahren 

© Cover: Hanser

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