Das Salzwasserjahr

Das Salzwasserjahr: ein Traum aus Meeresrauschen, Wetterleuchten und Fernweh

Ein Jahr fernab von seinem zu Hause in Berlin, 15817 km entfernt von Familie und Freunden   sein eigenes Ding drehen und danach als ein ganz anderer zurückkehren, das ist es, was der 16-jährige Jannick sich erträumt, als er sich für ein Auslandsjahr in Australien entscheidet.
Die Leserinnen und Leser Leserinnen tauchen direkt ein ins Geschehen und treffen Jannick in der Empfangshalle des Flughafens in Brisbane, wo er auf seinem Reisekoffer sitzt und -bereit für das große Abenteuer- mehrere Stunden auf das Eintreffen seiner Gastfamilie warten muss.
Schnell merkt Jannik, dass in dieser Familie auch sonst nicht alles rundläuft. Sein Gastbruder Niel ist ein cool wirkender, ziemlich verschlossener Typ, zu dem er nur schwer einen Draht findet, und auch die geheimnisvolle Sienna, die ihn von Anfang an in ihrer Andersartigkeit fasziniert, lässt ihn immer wieder voller Fragen im Regen stehen. So ist es für ihn zunächst gar nicht so leicht, in dieser fremden Welt Fuß zu fassen. Nur im „Salzwassergefühl der Wellen“ fühlt Nick sich vom ersten Moment an angekommen. Da weiß er, dass dies genau das ist, was er wollte: Abtauchen. Nichts denken. Nur das Gewicht des Wassers fühlen. Stille. Dröhnen. Prickeln. Am Wasser trifft er eines Tages Beautiful, einen ziemlich schrägen Typen, der einiges vom Leben begriffen hat, im passenden Moment die richtigen Worte findet und Jannick so manches mit ganz anderen Augen sehen lässt. So erlebt Jannick umso mehr Abenteuer, je weniger Dinge nach seinen Vorstellungen verlaufen und je offener er allem begegnet.

Als er schließlich wieder im Flieger sitzt, begleiten ihn Geschichten und Geheimnisse, das Gefühl des knirschenden Sands unter den Füßen und Siennas letztes Wort-Geschenk: Fernweh – ein Gefühl, das ihn, einmal geweckt, vermutlich nicht so schnell wieder loslassen wird. Die originelle Buchgestaltung erinnert an eines der Hefte, die Jannick vor seiner Abreise in den Koffer gestopft hat, um neue Gedanken aufzuschreiben und Erlebnisse zu konservieren. Die einzelnen Kapitel sind auf Notizblockseiten abgedruckt und werden durch kleine skizzenhafte Schwarz-Weiß-Zeichnungen ergänzt.

Mit „Das Salzwasserjahr“ ist der Berliner Theaterpädagogin Nora Hoch ein perfekter Debütroman für Jugendliche gelungen, die sich auf ein Austauschjahr vorbereiten, davon träumen oder es lieben, in Gedanken zu verreisen.

Ausführlichere Informationen zur Lektüre finden sich in im rbb-Lesestoff podcast.

Nora Hoch: Das Salzwasserjahr. München: dtv, 2020. Ab 13 Jahre.

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