Das Leben nach Schulschluss: Buchttipp für eine Klassenlektüre

Unter normalen Umständen endet der Schultag mit dem Gong zum Stundenende. Hunderte Schülerinnen und Schüler verlassen das Schulgebäude, manche glücklich, andere bedrückt. Die gesichtslose Masse von Kindern und Jugendlichen strömt auf den Fußwegen zur Haltestelle oder nach Hause. Was sie beschäftigt, an- und umtreibt, erfahren wir im Regelfall nicht. Jason Reynolds hebt in seinem neuen Kinderbuch „Asphalthelden“ einige dieser Schülerinnen und Schüler aus der Masse heraus, gibt ihnen Namen und Geschichten. Da ist die berüchtigte Superkurzhaar-Gang, die ihre Beute von wenigen Cents vermehrt, um damit in einer rührenden Geste einen anderen Menschen zu erfreuen. Oder Bryson, der seinen besten Freund Ty in Schutz nimmt und dafür eine Tracht Prügel bezieht. Pia hingegen liebt ihr Skateboard und muss sich gegen eine Gruppe von Jungen wehren, deren Anführer sie bloßgestellt hat.

In zehn Episoden folgt der personale Erzähler jeweils ausgewählten Asphaltheldinnen und -helden auf ihren Heimwegen. Verknüpft werden die einzelnen Geschichten durch kleine, wieder aufgegriffene Elemente. In einer Geschichte etwa taucht eine abgeknickte Rose auf, in einer anderen erfahren die Leserinnen und Leser, warum die Blume geknickt ist. Einem skurrilen Motiv begegnet die Leserschaft immer wieder: ein vom Himmel gefallener Bus.
Reynolds ist erneut ein wunderbarer Roman gelungen, der einen liebevollen Blick auf seine Protagonistinnen und Protagonisten wirft. Seine Geschichten berühren, stimmen nachdenklich und/oder bringen die Leserinnen und Leser zum Lachen. Aufgrund der Kürze und den diversen Heldinnen und Helden eignet sich der Roman ausgezeichnet als Klassenlektüre. Er kann als Ganzschrift oder nur in Auszügen gelesen werden.

Jason Reynolds: Asphalthelden. München: dtv, 2021. Ab 11 Jahren.

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