Ben und Teo – Zwei sind einer zu viel

Ben und Teo sind eineiige Zwillinge. Kaum jemand kann sie auseinanderhalten und sie werden nur als Ben&Teo wahrgenommen. Diese Brudereinheit bietet ihnen keine Möglichkeit, als Einzelpersonen in Erscheinung zu treten. Dies nervt die beiden Zehnjährigen ziemlich, da jeder gerne zeigen möchte, was er besser kann als der andere. So machen sich die zwei das Leben zur Bruderhölle, rivalisieren in lautstarken Streitereien, gehen mit Brüderfäusten aufeinander los und wünschen sich mehr und mehr einen Alltag ohne den anderen. Da kommt ihnen der magische Spiegel, den sie vor einem Laden finden, wie gerufen. Im Handumdrehen finden sie heraus, dass der Spiegel als Portal in zwei voneinander getrennte Alltagswelten dient und die heiß ersehnte „Expedition Einzelkind“ beginnt. Sie genießen die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern, fühlen sich ohne den anderen aber auch seltsam unvollständig und manchmal einsam, obwohl sie in Verbindung bleiben und sich jeden Abend vor dem Spiegel treffen, um ihre Erlebnisse zu teilen. Der Schreck ist groß, als sie eines Abends bemerken, dass das Portal des Spiegels verschlossen ist und sie für immer getrennt zu sein scheinen. Eine turbulente Flucht voller Hindernisse beginnt, bei dem sich die beiden zunehmend bewusst werden, dass sie ohne den anderen nicht sein wollen.

In diesem Buch gelingt es dem Autor Martin Baltscheit, selbst Vater von Zwillingen, die Situation von Zwillingen sehr authentisch und kindgerecht darzustellen. Innerhalb der einzelnen Kapitel des Buches melden sich Ben und Teo abwechselnd selbst zu Wort und beschreiben das Geschehen aus der Ich-Perspektive.

Erzählt wird eine humorvolle Alltagsgeschichte voller Sprachwitz, die aber auch philosophische Fragestellungen aufwirft und am Beispiel der Zwillinge altersgerechte Möglichkeiten bietet, sich im Gegenüber selbst zu erkennen. Durch die vielen Dialoge sowie die bunten karikaturistischen Illustrationen ist das Buch sehr gut auf die Lesevorlieben von Grundschulkindern ausgerichtet. Ein echter Baltscheit, der sich gut zum Selberlesen für geübte Leser oder als (Vor)Lesegeschenk für die ganze Familie eignet.

Martin Baltscheit: Ben und Teo – Zwei sind einer zu viel. Weinheim: Beltz&Gelberg, 2020. Ab 10 Jahre.

© Beltz&Gelberg

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