Sechs Jahrzehnte aktiv für die Kinder- und Jugendliteratur

Arbeitskreis für Jugendliteratur feiert Jubiläum

Vor fast genau 60 Jahren, am 22. Januar 1955, gründete das Bundesministerium des Inneren gemeinsam mit zahlreichen Verbänden und Vertretern des Kinder- und Jugendbuchs – darunter Erich Kästner und die Gründerin der Internationalen Jugendbibliothek in München Jella Lepmann – einen Verein, der der wichtigste bundesweite Interessenverband der Kinder- und Jugendliteratur werden sollte.

Der Arbeitskreis für Jugendliteratur e. V. (akj), bis 1969 noch Arbeitskreis für Jugendschrifttum genannt, verfolgt seither das Ziel, nicht nur die Kinder- und Jugendliteratur in vieler Hinsicht zu stärken, sondern auch die literarästhetische Bildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Von Anfang an wurde zudem die internationale Vernetzung mit anderen Verbänden gesucht, denn der akj fungiert seit seiner Gründung gleichzeitig als die deutsche Sektion des International Board on Books for Young People
(IBBY).

Eine der wichtigsten Aufgaben des akj istJosé Oblete, Deutscher Jugendliteraturpreis seit 1956 die Vergabe des Deutschen Jugendliteraturpreises. Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird der Preis heute in den vier Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch verliehen. Zudem gibt es einen Preis der Jugendjurys, die ihre Nominierungen bei der feierlichen Verleihung sogar szenisch darstellen, sowie einen Sonderpreis für das Lebenswerk einer Autorin oder eines Autoren.

Neben verschiedenen Publikationen und Symposien rund um die Kinder- und Jugendliteratur bietet der akj Praxisseminare zu den Nominierungen des Jugendliteraturpreises für interessierte Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Bibliotheken, Kindertagesstätten und Buchhandlungen an. Auch in Hannover findet am 10. Juni 2015 in Kooperation mit der Akademie für Leseförderung Niedersachsen wieder ein solches „Preisverdächtig!“-Seminar statt, Anmeldungen sind bereits möglich.

Der akj engagiert sich nicht nur im Bildungssektor, auch in der Autoren- und Übersetzerförderung ist der Verein aktiv, beispielsweise durch die Kranichsteiner Jugendliteraturstipendien bzw. einer Übersetzwerkstatt für ausländische Übersetzer, die deutsche Kinder- und Jugendliteratur in ihre Muttersprache übersetzen möchten.

Eine Tagung zum Jubiläum, die Mitte November in Würzburg stattfinden wird, verbindet all diese Interessengruppen mit der Thematik "Kinder- und Jugendliteratur. Grenzenlos?". Behandelt werden aktuelle und zukunftsweisende Entwicklungen wie Gattungs- und Genremischungen, Crossmedia-Produkte sowie die Bedeutung von Übersetzungen.

Die akj-Mitglieder setzen sich aktuell aus 44 Verbänden aus den Bereichen Bibliothek, Bildung, Verlag und Forschung – darunter auch die Akademie für Leseförderung Niedersachsen – sowie etwa 200 Expertinnen und Experten für Kinder- und Jugendliteratur zusammen.

(Foto: Preisträgerinnen und Preisträger des Jugendliteraturpreises 2014, José Poblete)

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