Projekt „Lesebuddy“ trotz(t) Corona im Bildungshaus Jahnstraße

Projekt „Lesebuddy“

Zwischen der GS Jahnschule und der Außenstelle des Sprachheilkindergartens der Lebenshilfe, den „Mondbären“, hat sich in den letzten Jahren eine enge Kooperation in Form eines Vorleseprojekts entwickelt. Entstanden ist das Projekt „Lesebuddy“ aus der Idee, leseschwache Schülerinnen und Schüler zu motivieren und ihnen einen bewertungsfreien Raum zum Üben zu geben. Diese Vorstellung traf auf den Wunsch der Mondbärengruppe nach Vorlesemöglichkeiten für jedes einzelne Kind. In festen wöchentliche Lesestunden lasen die Kinder der 4. Klasse den Mondbären in der Schulbücherei vor.

Leseschwache Schülerinnen und Schüler, auch gerade Inklusionskinder, erzielten erhebliche Fortschritte in der Lesekompetenz. Die Mondbären hatten nicht nur Freude, sondern verloren auch die Scheu vor den „Großen“ und lernten die Kinder kennen, denen sie später in der Jahnschule begegnen würden, was ihnen wiederum den Übergang zur Regelschule erleichterte.
Ein Schüler schrieb in der Evaluation: „Eigentlich habe ich nicht gemerkt, dass ich gelernt habe. Es hat einfach so viel Spaß gemacht.“

Corona-Projekt

Da persönliche Kontakte seit dem Ausbruch der Pandemie nicht möglich sind, entwickelte sich ein gegenseitiges „Schreibanlass-Schreiben-Vorlesen“ Konzept: Die Mondbären diktieren ihren Erzieherinnen die gewünschten Themen für Vorlesegeschichten. Die 4c schreibt dazu und die Erzieherinnen lesen die so entstandenen eigenen Geschichten vor. Um auch in umgekehrter Weise zu agieren, malen die Mondbären Bilder, zu denen die 4c Geschichten schreibt. Dass dabei auf die Kriterien einer Geschichte, Rechtschreibung und lesbare Schrift geachtet wird, ergibt sich von selbst. Für die Mondbären wiederum ist es wichtig, dass sie deutlich erkennbare Motive zeichnen, um eine Geschichte zu erhalten.

Vorlesen hat viel mit der Person der Vorleserin bzw. des Vorlesers zu tun. Mimik und gute Betonung spielen eine wichtige Rolle. Die Lösung in der Pandemie: Da die Viertklässlerinnen und -klässler viel mit Internet, iPad und PC arbeiten, bot sich eine Nutzung der Medien und Technik an. Die selbst verfassten Geschichten werden vorgelesen und mit iPads über iServ aufgenommen, an einen Account geschickt und dann auf Sticks abgespeichert. Die Geschichtenvideos vom Stick werden über den Beamer in der Schulbücherei in Großformat gezeigt. Sowohl bei der Überarbeitung innerhalb der Klasse 4c als auch beim Anhören bei den Mondbären werden dabei problemlos alle Abstände eingehalten.
Auch die Mondbären drehen kleine Videos, die die 4c sich ansehen kann. Sie stellen sich selber vor, erzählen von ihren Stärken und zeigen, was sie können. Das alles machen die Kinder anhand von Bildern, Liedern, Bewegungen, usw. Dafür wird ebenfalls entsprechende Technik genutzt.  

Ergebnisse

Die Kinder der 4c lernen das Schreiben, sowohl was Grammatik und Rechtschreibung, insbesondere aber was Satzbau, Geschichtenaufbau und interessante Formulierungen betrifft. Ebenso wird die Lesekompetenz, besonders das betonte und flüssige Vorlesen, geübt. Dieses Üben des Schreibens und Lesens ist besonders effektiv, weil die Kinder ein Ziel haben. Dazu kommt das Erlernen einer gewissen Disziplin, was die Länge und das Bearbeiten des Projektes betrifft. Nicht zuletzt ist es für das Sozialverhalten sehr wichtig, dass die Kinder lernen, sich auf andere einzulassen und, weg von eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen, aufeinander zuzugehen - und sei es nur auf virtueller Ebene. Die Kinder der Mondbärengruppe fühlen sich gefordert und miteinbezogen.
Nicht zuletzt erweitert der Einsatz der Medien, wie iPad, PC, Beamer und iServ als Kommunikationsmöglichkeiten die Medienkompetenz. Zukünftig geplant ist ein „Hör- und- Sehspiel“, das von der Klasse 4c erdacht und umgesetzt wird. 

 

Text und Bild: Alice Block-Lindmüller (Klassenlehrerin 4c) an der Grundschule Jahnschule

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