Im Gespräch mit Dorlis Lehr

Dorlis Lehr koordiniert seit über 14 Jahren das Projekt „Auf dem Weg zum Buch“ der Bürgerstiftung Braunschweig. 2018 hat sie  als Zweitplatzierte den Deutschen Lesepreis in der Kategorie "Individuelles Engagement" gewonnen.

Seit bereits 14 Jahren betreuen Sie das Projekt „Auf dem Weg zum Buch“ der Bürgerstiftung Braunschweig. Worum geht es in dem Projekt?

In dem Projekt „Auf dem Weg zum Buch“ geht es darum, Freude an Büchern zu wecken, egal, ob vorgelesen oder selbst gelesen wird. Die Bürgerstiftung Braunschweig unterstützt in diesem Projekt Schulen, die sich in der Leseförderung engagieren. Ihnen wird Geld zur Verfügung gestellt, um einen gemütlichen Büchereiraum einzurichten. Außerdem bekommen  die Schulen jedes Jahr finanzielle Unterstützung  beim Kauf von Büchern . Das Ziel ist es durch ansprechende, neue Bücher, eine heimelige Atmosphäre  in der Bücherei und Zuwendung durch Lesepaten in die Welt der Bücher einzutauchen und Freude daran zu empfinden.
Auch Kindergärten, Kitas und Krippen werden jedes Jahr finanziell unterstützt, um durch den Kauf zeitgemäßer Bilderbücher die Kinder an Bücher heranzuführen. Es gibt heutzutage Kinder, die keine Bücher zu Hause besitzen. Da haben auch die Vorlesepaten eine wichtige Aufgabe durch Vorlesen, Erklären, Zuhören und Spielen den Zugang zu Büchern und damit zu Sprache zu unterstützen.

Wie genau sieht Ihre Arbeit in dem Projekt „Auf dem Weg zum Buch“ aus?

Ich koordiniere das Projekt, d.h. ich stelle Kontakte her und arbeite mit vielen Institutionen zusammen. Schulen und Kitas, die ins Projekt aufgenommen werden wollen, stelle ich die Ziele und Bedingungen des Projektes vor. Lesepaten und Vorlesepaten begleite ich bei der Einführung  in ihren Wirkungsstätten. Bei der Vorstellung von neuen Büchern für Schulen und Kitas werde ich von zwei Buchhandlungen unterstützt, für die Vor -und Lesepaten werden Bücher in der Stadtbibliothek vorgestellt.
Außerdem organisiere ich Treffen der Schulen, Kitas  und Vor -Lesepaten, dazu kommen noch Fortbildungsveranstaltungen mit Referenten.

Mittlerweile beteiligen sich 29 Grundschulen, acht weiterführende Schulen und 37 Kitas inklusive Krippenkinder an „Auf dem Weg zum Buch“. Worin zeigt sich der Erfolg des Projekts? Wo gibt es Schwierigkeiten?

Der Erfolg zeigt sich darin, dass im Laufe der 14 Jahre die Anzahl der Teilnehmer von 10 Schulen auf fast 80 Schulen und Kitas gestiegen ist, die auch von immer neuen Lese-Veranstaltungen und Ideen berichten.
Dazu kommt, dass viele Einrichtungen für jede Klasse oder Gruppe Lesepaten wünschen und diese Lesepaten ganz erfüllt sind von ihrer Tätigkeit.
Schwierigkeiten gibt es, wenn Wünsche oder Vorstellungen  nicht erfüllt werden können, d.h. wenn Schulen  oder Kitas  Lesepaten wünschen, Lesepaten aber nur in wohnortnahen  Einrichtungen tätig sein möchten.

In all den Jahren haben Sie einige Erfahrungen sammeln können. Was raten Sie anderen Akteurinnen und Akteure, die ein ähnliches Projekt ins Leben rufen wollen? Was ist besonders zu beachten? Welche Herangehensweise empfehlen Sie?

Sehr wichtig ist es, unterstützt zu werden und sich ein Netzwerk von Fachleuten aufzubauen. Außerdem immer ein offenes Ohr zu haben für Ideen und Vorschläge von außen, die man mit Mitstreitern diskutiert. Mir ist immer wichtig , die Wertschätzung der  Ehrenamtlichen zum Ausdruck zu bringen durch „Belohnungen“ und Darstellung in der Öffentlichkeit.

Vielen Dank für das Gespräch!

Fotos: Bürgerstiftung Braunschweig

Die Fragen stellte Anne Minnerup.

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt „Auf dem Weg zum Buch".

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