Die Ausstellungseröffnung „Wissenswelten“ in der GWLB

Am 7. Juni 2018 fand im Vortragssaal der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover die Ausstellungseröffnung „Wissenswelten – Bibliothek als Enzyklopädie“ statt. Mit einem auffälligen Design verspricht sie einen Streifzug durch die Bibliothek, den die Besucherinnen und Besucher sicherlich nicht so schnell vergessen. Die Direktorin Anne May begrüßte die Gäste mit einer Einleitung über die historische Entwicklung der Bibliothek. Seit über 350 Jahren beherbergt sie verschiedenste Bestände zu Wissenschaften, Medientypen, hat vielfältige Aufgaben und unterliegt dabei dem Wandel der Zeit.

Die Ausstellung „Wissenswelten – Bibliothek als Enzyklopädie“ wurde unter anderem inspiriert von einem Leibniz-Zitat:

„Eine Bibliothek muss ein Generalinventar sein, eine Stütze für das Gedächtnis, ein gedrucktes Archiv, eine Kurzform der schönsten Einfälle, der größten Menschen, ein Auszug der noch so kleinsten Winkel aller Wissenschaften, Künste und praktischen Tätigkeiten, in der sogar die tüchtigsten Menschen in jedem Berufe die Möglichkeit haben werden, noch etwas zu finden, um sich zu vervollkommnen, weil ein einzelner Mensch nicht alles wissen kann und weil die Bücher die Erfahrungen von mehreren Menschen zusammenführen.“

Ganz in diesem Sinne zieht die Idee der Ausstellung eine Parallele zwischen Bibliothek und Enzyklopädie als Sammelstelle des Wissens der Menschen. Dabei betonte Anne May, dass die Ausstellung langfristig angelegt sei und durch Wechsel der Themen und Exponate auch für wiederholte Besuche, immer wieder neue Entdeckungen garantiere.

Eine Führung durch die Geschichte der Enzyklopädie

Der Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig und ein Experte auf dem Gebiet der Enzyklopädien, nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die Geschichte der Enzyklopädien. Eindrucksvoll zeigte er historische Ausschnitte, beispielsweise aus Zedlers Werk mit dem Titel „Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste“. Mit 64 Bänden war es das größte europäische enzyklopädische Projekt im 18. Jahrhundert. Während heute fast jedes Wissen online abgerufen werden kann, galten Enzyklopädien früher als Wissensbücher, die Kenntnisse enthielten, die den Menschen sonst nicht zugänglich gewesen wären.

Bibliothek als steingewordene Enzyklopädie

Bevor die Gäste die Ausstellung besichtigten, gab Dr. Timo Kirschberger als Kurator noch einen ersten Einblick in die Idee und Umsetzung des Projektes. Genau wie eine Enzyklopädie erkunden Leserinnen und Leser eine Bibliothek interessengesteuert. So hangelt man sich von einem Stichwort über einen Verweis zu ganz neuen Begriffen und Themenbereichen und lässt sich in der Welt des Wissens treiben. Passend betitelte Dr. Kirschberger die Bibliothek als steingewordene Enzyklopädie.

Die Ausstellung als Ausflug in die Welt des Wissens

Die Ausstellung „Wissenswelten –Bibliothek als Enzyklopädie“ enthält Exponate zur Geschichte des Buches, aber auch Informationen zur Entwicklung der Sprache. Die Erkundung der Ausstellung ist auf alle Sinne ausgelegt. So können die Gäste in der Haptothek beispielsweise das Kettenbuch in die Hand nehmen. Eine Station mit einem gestengesteuerten Bildschirm bietet hingegen ein digitales Erlebnis. Hier können die Besucherinnen und Besucher virtuell durch die Bücher blättern und so andere Seiten der Exponate erkunden. Die Ausstellung zeigt mit ihren vielfältigen Themen wie Essen und Trinken, Protest und Widerstand, Botanik, Militärwissenschaft, Verfassung oder die Geschichte der Zeitschriften einen umfassenden Einblick in die Bestände der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, die als niedersächsische Landesbibliothek jede im Bundesland erschienene Publikation sammelt und viele historische Schätze besitzt.

Wer einmal in die Geschichte des Buches eintauchen will, ist hier an der richtigen Adresse. Und wer bisher keine Begeisterung für Geschichten und die Welt des geschriebenen Wortes entwickeln konnte, lässt sich spätestens durch die Hintergrundinformationen und die besonderen Ausstellungsstücke inspirieren.

Foto: Jutta Wollenberg

Hier geht es zum Veranstaltungsprogramm der GWLB.

Kontakt:
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Waterloostr. 8, 30169 Hannover
Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen
0511 1267 – 363
kultur@gwlb.de

 

 

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