Das Praxisseminar „Preisverdächtig!“

Am 14. Juni 2018 fand das Praxisseminar „Preisverdächtig!“ zum Deutschen Jugendliteraturpreis im Hanns-Lilje-Haus in Hannover statt. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird jährlich seit über 60 Jahren von dem Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V. verliehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten in dieser Veranstaltung neue Vermittlungsmethoden zu den 30 nominierten Titeln kennen. Stifter des Preises ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Akademie für Leseförderung Niedersachsen war, wie schon seit vielen Jahren, erneut Kooperationspartner des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.. Anke Märk-Bürmann von der Akademie für Leseförderung Niedersachsen, die auch Mitglied der Jury für den Jugendliteraturpreis 2018 ist, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nachdem Inger Lison, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V., über die Geschichte des Arbeitskreises informierte , gab es weitere Details zu den nominierten Titel von Linda Wiechert, Projektleiterin des Deutschen Jugendliteraturpreises beim Arbeitskreis. Die Bandbreite an Themen reicht von „Die Welt – ein einziges Abenteuer“, „Erinnern und Erklären“, über „Sagenhaft“, bis zu „Zukunftsvisionen“, „Mission Alltag“ und „Federleicht mit viel Humor“.

Im Anschluss folgten drei Workshops zu den Themen Bilderbuch, Kinderbuch und Jugendbuch.

Bilderbücher zum Leben erwecken

Die Referentin Katja Eder stellte eine Auswahl der nominierten Bücher in ihrem Workshop vor, indem sie beispielsweise der Frage nachging, „Wie kann man ein Bilderbuch zum Einschlafen zum Leben erwecken?“. Zu dem Buch „Der siebente Bruder oder Das Herz im Marmeladenglas“ von Øyvind Torseter, bei dem es sich um die moderne Version eines norwegischen Märchens handelt, wurden unterschiedliche Abschlussszenen gemalt. Mit einem Staffellauf zu dem Buch „Die verflixten sieben Geißlein“ von Sebastian Meschenmoser lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine bewegungsorientierte Methode kennen.

 

Mit Kinderbüchern die Selbstwahrnehmung schulen

Der Kinderbuchworkshop wurde von Bettina Huhn geleitet. Das Buch „Ich so, Du so“ von der Labor Ateliergemeinschaft wurde in den Verlauf des gesamten Workshops integriert und als Überleitung für die einzelnen Titel genutzt. Das Sachbuch stellt die Frage „Was ist eigentlich normal?“ in den Mittelpunkt und nähert sich dieser mit Comicstrips, Fotos, Collagen, Textbeiträgen und Geschichten. Dementsprechend sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst seine Assoziationen zu dem Begriff „normal“ aufschreiben. Diese Karten wurden im Verlauf des Workshops vorgelesen und mit der Definition des Begriffs im Duden verglichen. In dem Buch „Viele Grüße, deine Giraffe“ von Megumi Iwasa und Jörg Mühle schreibt eine Giraffe Briefe, um einen Freund zu finden. Auch in dem Workshop sollte jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen Brief mit äußeren Merkmalen von sich selbst verfassen. Anschließend wurden die Briefe verteilt und jeder musste den Absender anhand der drei Merkmale ermitteln – keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellte.

Jugendbücher als Reflexionswerkzeug

Heike Kielsmeier und Bianca Röber-Suchetzki waren für den Bereich Jugendbuch zuständig. Zum Einstieg wurde der Charakter eines fiktiven Kindes an einem Glücksrad erspielt. Die dabei entstandenen Charaktere waren mindestens genauso unterschiedlich wie die Protagonisten in den vorgestellten Büchern. Die drei Jugendlichen aus dem Buch „Mehr Schwarz als Lila“ von Lena Gorelik spielen in ihrer Geschichte selbst verschiedenste Spiele und thematisieren damit Grenzüberschreitungen. Diese Spiele wurden von den Referentinnen adaptiert und für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Praxismethode umgewandelt, die in der Arbeit mit Jugendlichen umsetzbar ist. Weitere Themen waren beispielsweise Rechtsextremismus in dem Buch „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ von Manja Präkels, die Polizeigewalt in den USA in dem Buch The Hate U Give“ von Angie Thomas und die Rolle und Identität von Jugendlichen in unserer Gesellschaft in dem Titel „Pferd, Pferd, Tiger, Tiger“ von Mette Eike Neerlin. Mit viel Musik und Hintergrundinformationen zu den Autoren wurde gezeigt, wie die Inhalte der Bücher mit Jugendlichen aufgearbeitet werden können.

Die Praxistipps als Download gibt es ab August auf der Website des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.

Foto: Akademie für Leseförderung Niedersachsen, Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.

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