Was hat Napoleon mit der Biene zu tun?

Eine Antwort auf diese Frage erhält man in dem aktuellen Sachbuch des polnischen Illustrators Piotr Socha.

Socha, der Sohn eines Imkers ist, hat mit seinem großformatigen Bildersachbuch der Biene ein Denkmal gesetzt. Auf farbigen Doppelseiten, die an Schautafeln erinnern, werden alle Themen rund um die Biene lebendig, detailreich und übersichtlich sowie witzig präsentiert.

Man erfährt nicht nur einiges über Bienenköniginnen, Bienentänze und Bestäubung, sondern lernt auch Kulturgeschichtliches und Kurioses: Wer weiß schon, dass für einen Teelöffel Honig vier bis sieben Bienen ihr gesamtes Leben sammeln müssen? Oder dass  man im Mittelalter zur Verteidigung belagerter Städte mit Bienenkörben nach den Angreifern geworfen wurde? Oder dass man im Mao-Chien-Tal in China erleben kann, wie ein Leben ohne Bienen aussieht. Dort hat der Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln und die Zerstörung der Pflanzenwelt dazu geführt, dass es so gut wie keine Bienen mehr gibt. Während der Apfelblüte müssen die Menschen die Blüten nun mit der Hand selbst bestäuben.

Übrigens: Napoleon ließ die Krönungsmäntel für sich und seine Gattin mit goldenen Bienen besticken. So konnte er die goldenen Lilien aus dem französischen Wappen verdrängen.

Passend zu den cartoonhaften Illustrationen ist der Text geschrieben: erzählend, poetisch und zuweilen amüsant. Zwei Doppelseiten sind als „Bienenblättchen“ gestaltet: eine Art Wandzeitung zu Bienenthemen.

Dieses einzigartige Bienensachbuch richtet sich an Kinder ab 8 Jahren, ist im Grunde aber ein Hausbuch für die gesamte Familie. Es wurde 2017 für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Sachbuch nominiert und mit dem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet.

 

Piotr Socha: Bienen. Hildesheim: Gerstenberg, 2016. Ab 8 Jahre.

Cover: Gerstenberg

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