Praxisbeispiele

Sprachcafé für Eltern

Seit 2006 organisiert die IGS Roderbruch gemeinsam mit der AWO Hannover und der Schul- und Stadtbibliothek Roderbruch ein Sprachcafé für Eltern, deren Kinder die vorschulische Sprachförderung der IGS besuchen. Christiane Plath-Detlef (IGS Roderbruch) und Beate Kopmann (AWO Hannover) berichteten, dass das Angebot von vielen Familien im Stadtteil wahrgenommen werde. Eine Sprachpädagogin und eine Integrationslotsin begleiten das Sprachcafé und stellen es regelmäßig auf Elternabenden vor. Das Angebot bietet den Familien Unterstützung, indem es die Eltern nicht nur in ihrer Sprachkompetenz fördert, sondern sie auch über das deutsche Schulsystem, Bücher und Bastelangebote informiert. Darüber hinaus erhält jedes Kind der Sprachförder-Klassen eine eigene Büchereikarte.

Rucksack-Programm

Im Rahmen des Rucksack-Programms in Hannover werden Frauen als Elternbegleiterinnen qualifiziert. Diese unterstützen Eltern zu Hause und in Elterngruppen darin, ihre Kinder bestmöglich in ihrer Erst- und Zweitsprache zu fördern. Schwerpunkte der Arbeit sind der Austausch über Erziehungsthemen und der Aufbau von Lesemotivation. Eltern von Kindergarten- und Schulkindern bekommen Anregungen, die sich an den Themen des Sachunterrichts der Grundschule orientieren. Lesen und Erzählen bilden dabei wichtige Bausteine. Die Stadtbibliothek Hannover ist dabei ein wichtiger Partner. Evgenia Schmidt und Farzaneh Sarkeshik, Koordinatorinnen von Rucksack in der Kita und Rucksack in der Grundschule, fassten die Ziele des Programms zusammen: Rucksack stärke die Erziehungskompetenzen der Eltern und helfe ihnen bei der Kommunikation mit (Bildungs-)Institutionen, was zum Abbau von Hemmschwellen führe. Dabei sei die Förderung von Mehrsprachigkeit und damit die Akzeptanz der individuellen Familiensprachen ein wichtiger Aspekt.

Flüchtlingsinitiative und Café International

Das Café International ist nur ein Aspekt der ehrenamtlichen Initiative der Samt- und Kirchengemeinde Hambergen für zugewanderte Familien. Das Café findet wöchentlich statt und fördert den Austausch innerhalb der Gemeinde. Da es in der ländlichen Region weite Wege gebe und viele der Familien über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügten, gestalte sich die Kommunikation untereinander mitunter schwierig, erklärten Kornelia Götsche und Karin Kock. Die Ehrenamtlichen würden auch schon mal mit dem Auto losfahren, um die neuen Gemeindemitglieder über die Angebote ihrer Initiative zu informieren oder sie abzuholen. Während des Sprachcafés steht den Familien ein Materialkoffer der Stadtbücherei zur Verfügung, der verschiedene Medien wie Bücher, LÜK-Kästen und tiptoi-Stifte beinhaltet. Im Vordergrund stehen Beisammensein und Austausch der neu Zugewanderten und der Ehrenamtlichen. Für Jugendliche bietet das Jugendfreizeitzentrum Angebote an, damit mit Gleichaltrigen Kontakte entstehen können.

Grenzenlos lernen – Willkommenskultur in Bibliotheken

Sabine Lippert und Angelika Bayat-Sarmadi stellten die neue Freihandabteilung „Grenzenlos lernen“ der Stadtbibliothek Braunschweig vor. Die Abteilung verfügt über circa 1300 Medien in verschiedenen Sprachen aus verschiedenen Fachgebieten. Zusätzlich bietet die Bibliothek Führungen in unterschiedlichen Sprachen an. In Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen Braunschweig werden diese regelmäßig durch einen Übersetzer begleitet. Außerdem wurde ein mehrsprachiger Wegweiser erstellt, der zum Beispiel die verschiedenen Medientypen übersetzt. Es finden regelmäßig mehrsprachige Bilderbuchkinos statt, die von der Bürgerstiftung Braunschweig unterstützt werden. Die Nutzer der Angebote kommen aus vielen verschiedenen Kulturkreisen, aber auch Ehrenamtliche und Aktive der Sprachförderung sind darunter.

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